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Zeit für Veränderung? <br>Bericht über eine persönliche Weiterbildung

Zeit für Veränderung?
Bericht über eine persönliche Weiterbildung

Der Kurs „Zeit für Veränderung“, der in der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg angeboten wird, hat ein klares und doch wenig greifbares Ziel: Es geht darum, sich fernab vom Alltagsstress intensiv mit der eigenen beruflichen Situation auseinanderzusetzen. Zu welchem Ergebnis das letztlich führt, hängt ganz vom Teilnehmer ab. Unsere Technikerin Katja Deißler hat sich während dieser besonderen Weiterbildung selbst mit dem Thema Veränderung und berufliche Neuorientierung befasst. In diesem Beitrag möchte sie ihre Erfahrungen teilen.

Wer bin ich und was will ich?

Der Titel „Zeit für Veränderung“ deutet ja bereits an, dass man sich viel mit der aktuellen Situation beschäftigt. Bin ich zufrieden oder nicht? Macht mir meine Arbeit Spaß? Wo sehe ich mich in 5 Jahren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen werden gesucht. Dies hätte durchaus mit dem Ergebnis enden können, dass ich die Firma verlasse. Deshalb war ich bereits im Vorfeld sehr positiv überrascht, dass es seitens der Geschäftsleitung keine Einwände zu meiner Teilnahme an diesem Kurs gab. So machte ich mich also auf nach Münsterschwarzach, um mich auf die innere Suche nach der eigenen Berufung zu machen.

Die Umgebung der Abtei bildete dafür eine super Kulisse: Die Anlage war schön gepflegt und in den Pausen konnte man immer wieder neue Ecken erkunden. Im Zimmer selbst fand ich nichts, was mich hätte ablenken können – Handy und Computer blieben den ganzen Kurs über aus. Stattdessen habe ich mich sehr viel mit dem Thema Veränderung beschäftigt und meine gegenwärtige Situation hinterfragt. Macht sie mir nun Spaß, meine Arbeit? Und falls nicht, liegt es wirklich an der Arbeit? Sind es nicht vielleicht äußere Faktoren und Rahmenbedingungen oder ist das Problem vielleicht, wie ich damit umgehe? Auf diese Fragen eine klare Antwort zu finden, war keine leichte Aufgabe. Einfach mal für ein paar Tage aus dem Arbeitsalltag ausbrechen und die Gedankenachterbahn neu zu sortieren, hat jedoch wahnsinnig gutgetan.

Seit dem Kurs ist nun bereits ein halbes Jahr vergangen und ich arbeite noch hier bei AC-Motoren. Während die Neuorientierung also ausblieb, versuche ich stattdessen, die gewonnenen Erkenntnisse in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. Auch das ist eine große Herausforderung: Man erwischt sich selbst immer wieder dabei, aus der eigenen Mitte gebracht zu werden. Wenn mal etwas schief läuft (was zum Glück nicht oft vorkommt), dann ärgert mich das ziemlich. Ich vergesse dabei, dass es ja auch eine Chance ist, für die Zukunft zu lernen. Und wenn aber etwas richtig gut läuft, dann darf man sich ruhig einen Moment lang darüber freuen, statt sich direkt mit dem nächsten Thema zu beschäftigen.

Ich arbeite weiterhin an meiner Einstellung und erinnere mich hin und wieder selbst daran, dass ich gerne hier bin. Meine Entscheidung, zu bleiben, war eine bewusste Entscheidung für AC-Motoren.